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Führung ist keine Kopfsache, sondern fundamentale Biologie

Unser autonomes Nervensystem kennt grundsätzlich zwei Modi – Sympatikus (Kampf/Flucht - Überleben) und Parasympathikus (Erholung und soziale Verbindung). Der Parasympathikus ist zwischen zwei wichtigen Bestandteilen zu unterscheiden – dorsaler und ventraler Vagus.


Die Bio-Logik hinter der Führung:

Der ventrale Vagus aktiviert das „Social Engagement System“. Es ist der Schlüssel für Kommunikation und Verbindung. Vor allem aber sorgt es für Kreativität und komplexes Denken, da die Amygdala (unser Alarmsystem) dem Neocortex im Gehirn freie Bahn gibt.

Eine für Führungskräfte wichtige Kompetenz dieses Systems ist unter anderem Empathie und die Möglichkeit zur Co-Regulation, also das positive Einwirken auf das Nervensystem eines Gegenübers, z.B. eines Mitarbeitenden.


Die Tücke der Neurozeption:

Pferde haben die Fähigkeit sofort zu erkennen und initial zu zeigen, welcher Teil des Nervensystems im Menschen aktiv ist, da sie als Fluchttiere ihr Umfeld dauerhaft scannen, um die Sicherheit der Umgebung zu bewerten.

Bei aktivem Sympathikus sind Herzfrequenz, Atmung und Muskeltonus erhöht, da sich das System auf Kampf oder Flucht einstellt und das tut es, auch wenn der Verstand der Meinung ist, dass alles in Ordnung ist. Genau da liegt die Ursache in der Inkongruenz, die nicht durch reines Gesprächs-Coaching sichtbar gemacht werden kann, da die sogenannten Schutzprogramme durch den Verstand das in der Regel sehr gut maskieren können.

Nicht nur Pferde können das Nervensystem wahrnehmen, sondern auch Menschen. Der einzige Unterschied ist, dass Menschen es unbewusst tun und es meistens nicht bemerken und entsprechend nicht kommunizieren können.


Was heißt das für die Führung?

Kongruenz entsteht dort, wo sowohl der Körper durch das Nervensystem als auch der Verstand ins Gleichgewicht kommen. Denn auch wenn Mitarbeitende es nicht benennen können, ihr System spürt die Inkongruenz und bewertet das Umfeld als nicht sicher. Dadurch entstehen zwei Folgen, unter beider die Performance massiv leidet und von oben in der Regel mit Druck beantwortet wird.

1.      Es wird der Sympathikus aktiviert und die Amygdala scannt dauerhaft alles im Umfeld, sodass das Gehirn für den Neocortex keine Kapazität freischalten kann. Die Performance sinkt, die Streitigkeiten und „Zickereien“ im Team steigen.

2.     Der dorsale Vagus wird aktiviert, wenn Flucht und Kampf keine Option sind und das System des Mitarbeitenden geht in den Freeze. Das ist ein Zustand des Shutdowns und lässt uns erstarren und emotional abschalten. Mit anderen Worten, ist hier die Ursache für Burnout, Depression und eine „scheiß egal“-Mentalität.

In meinem Ansatz des embodied Leadership lernt die Führungskraft ihren eigenen Zustand zu erkennen, zu regulieren und auch auf potenzielle Auslöser frühzeitig zu reagieren, sodass das Team und die Performance nachhaltig davon profitieren können.

Führen durch Wirkungskompetenz
Führen durch Wirkungskompetenz

 
 
 

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